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Bewegungsangebote im Ganztag

Anliegen

Mit dem Angebot von Bewegung, Spiel und Sport an Ganztagsschulen verbindet sich das Anliegen, Bewegung in vielfältige Bereiche des Schullebens zu integrieren und damit für Kinder und Jugendliche bedeutsame Möglichkeiten zu schaffen, die Schule über einen langen Zeitraum nicht nur als Lern- und Lebensraum, sondern auch als Bewegungsraum zu erleben.

Mit dem größeren Zeitbudget in der Ganztagsschule geht eine erweiterte pädagogische Verantwortung für Körper und Bewegung einher. In diesem Zusammenhang liefern die Untersuchungsergebnisse der Hauptstudie zur offenen Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen wichtige Anhaltspunkte, die den Stellenwert von Bewegung, Spiel und Sport in Ganztagsschulen und die damit verbundene Verantwortung in besonderer Weise verdeutlichen (vgl. Beher u. a. 2007):

So gaben 74% der befragten Schulleitungen einer offenen Ganztagsgrundschule bei der Rangliste der konzeptionellen Schwerpunkte für die außerunterrichtlichen Angebote neben den Hausaufgaben die Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote als besonders wichtig an (vgl. ebd. S. 15). Hierbei werden auch die Förderbedarfe der Kinder berücksichtigt und mit einer Angabe von 41% der befragten Schulen diejenigen mit motorischen Problemen fokussiert, ein weiterer Beleg für die besondere konzeptionelle Akzentuierung des Schwerpunktes im Bereich Bewegung, Spiel und Sport (vgl. ebd. S. 17). Angebote zu Bewegung, Spiel und Sport werden beinahe flächendeckend beziehungsweise meistens 2-3-mal pro Woche durchgeführt und damit nur von den Angebotselementen „Mittagessen" und „Hausaufgabenbetreuung" übertroffen (vgl. ebd. S. 17/18).

Bei der Bewertung der Umsetzung und Realisierung der Angebote erhalten die Angebote im Bereich „Bewegung, Spiel und Sport" durch die befragten Schulleitungen im Durchschnitt die höchsten Zustimmungswerte und stehen in einem engen Zusammenhang mit den in den Schulen vorhandenen räumlichen, materiellen, finanziellen und personellen Ressourcen (vgl. ebd. S. 21 - 23).

Diese Tendenz bestätigte sich schließlich 2011 im Bildungsbericht Ganztagsschule NRW. Bei den Freizeit- und Förderangeboten liegen demnach bewegungsorientierte Angebote mit 99,6 % in der Primarstufe und mit 95,3 % in der Sekundarstufe I an der Spitze (vgl. Börner u.a. 2011, S.28). Dazu gaben Lehr- und Fachkräfte die Förderung im motorischen Bereich auf einer Skala von 1 bis 4 mit durchschnittlich „3,6“ als sehr wichtig an; nur noch knapp übertroffen von der Förderung im sozialen Bereich (3,7), wobei diese beiden Bereiche sich sicherlich sehr stark bedingen (vgl. ebd. S. 30).

Untermauert  wird die große Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport im Ganztag durch die Aussagen von Kindern der fünften Klassen aus den neuen Ganztagschulen der Sekundarstufe I in NRW. Sie wünschten sich in Interviews im Schuljahr 2009/10 insbesondere für ihre Ganztagsschule mehr Spielgeräte und –möglichkeiten: „ … es geht um neue Spielumgebungen mit besonderen Herausforderungen („wo man Parcours machen kann, über Sachen springen, klettern, das wäre besser“) und es geht auch um Angebote, bei denen die Schüler/innen mitentscheiden wollen („wo Kinder Sachen machen können, die sie möchten, wie Fußball spielen einfach nur mal mit Freunden“).“ (Haenisch 2011, S. 39). 

Bei der Frage nach den außerschulischen Kooperations- und Angebotspartnern, die die außerunterrichtlichen Angebote in den offenen Ganztagsschulen mit gestalten, stehen die Organisationen aus dem Sportbereich (Sportvereine oder Stadtsportbünde) eindeutig an erster Stelle (vgl. Beher u. a. 2007, S. 31); nach dem Bildungsbericht Ganztagsschule von 2011 beträgt der Anteil in der Primarstufe 66,9 % und in der Sekundarstufe I 53,5 % ( vgl. Börner u.a. 2011, S. 15).

Diese Ergebnisse belegen nicht nur den Stellenwert der Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote an den Ganztagsschulen in Nordrhein-Westfalen. Sie untermauern darüber hinaus die Gestaltungsverantwortung der Schulen für die Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote, indem die für die Qualitätsentwicklung von Bewegung, Spiel und Sport Verantwortlichen ihre angestrebten (Entwicklungs-)Ziele und gegenseitigen Leistungen für ein gemeinsam zu entwickelndes pädagogisches Konzept beschreiben, reflektieren und weiterentwickeln (vgl. "Schulsport beim Ausbau und bei der Qualitätsentwicklung von Bewegungs-, Spiel- und Sportangeboten in der offenen Ganztagsgrundschule in NRW", S. 5f).

Eine gute Hilfestellung bei der Weiterentwicklung eines solchen Bewegungs-, Spiel- und Sportkonzeptes kann sicherlich das Evaluationsinstrument QUIGS 2.0 für die Primarstufe bzw. QUIGS Sek. I sein.

Literatur

Börner, N. u.a.: Bildungsbericht Ganztagsschule NRW 2011. Eigenverlag Forschungsverbund DJI/TU Dortmund an der Fakultät 12 der Technischen Universität Dortmund. Emsdetten 2011.

Haenisch, H.: Gebundene Ganztagsschule – Ansätze zur Gestaltung. Eine qualitative Studie zu ersten Erfahrungen in gebundenen Ganztagsrealschulen und –gymnasien. Erschienen in der Schriftenreihe „Der Ganztag in NRW – Beiträge zur Qualitätsentwicklung“ Nr. 19, Münster 2011.

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