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Gender-Box - Geschlechterpädagogische Arbeit mit Mädchen und Jungen im Ganztag

Vom Tag der Geburt an sind Kinder in den Augen der Erwachsenen entweder „blau" oder „rosa" - und zwar ein Leben lang. Die Kinder lernen geschlechtsspezifische Wahrnehmungs- und Interaktionsmuster kennen, die etwas zu tun haben mit sozio-kulturellen Standards und gesellschaftlichen Strukturen, aber auch mit Hoffnungen, Wünschen, Zukunftsplänen, Erwartungen, Befürchtungen von Eltern und eben auch pädagogischen Lehr- und Fachkräften - sowie mit deren Lebenserfahrungen als Mann beziehungsweise Frau.

           

Für die heranwachsenden Mädchen und Jungen selbst nun bedeutet das, dass sie von frühester Kindheit an mit der kontinuierlichen Aufgabe konfrontiert sind, eine für sie stimmige Identität als „kleine Frau" oder „kleiner Mann" herauszubilden. Sie erkennen sehr früh, dass sie sich im alltäglichen Leben, in der Familie, unter Freunden und Freundinnen, in der Kindertagesstätte und später dann in der Schule auch als Mädchen oder Junge inszenieren bzw. zu erkennen geben müssen. Keine leichte Aufgabe, da praktizierte Inszenierungen für Jungen oder Mädchen stimmig sein können - seitens der erwachsenen Umwelt aber kritisiert werden, wenn z. B. das für Jungs wichtige Toben am falschen Ort stattfindet.

Diese Ausgangslage nun eröffnet zugleich Aufgaben wie auch Chancen für die geschlechtsbezogene Arbeit mit Mädchen und Jungen in pädagogischen Handlungsfeldern, denn:

  • Mädchen und Jungen brauchen Unterstützung bei der Suche nach einer für sie stimmigen geschlechtlichen Identität. Sie sind hier ansprechbar für geschlechtsbezogene Erziehungs- und Bildungsangebote von entsprechend qualifizierten Fachmännern und Fachfrauen.
  • Männlichkeit und Weiblichkeit sind keine naturgegebenen oder frühkindlich eingeprägten Charaktereigenschaften, die per se vorhanden und unveränderlich sind, sondern soziale Phänomene, kulturell konstruiert und in stetiger Entwicklung befindlich. Pädagogisches Handeln kann (und muss) von daher Einfluss nehmen auf den Prozess der geschlechtlichen Identitätsbildung.
  • Wenn Geschlecht ein wesentlicher Einflussfaktor für kindliche Entwicklung und Bildung ist, so müssen pädagogische Prozesse und Lernräume auch hinsichtlich ihrer geschlechtsbezogenen Wirkungen reflektiert und weiterentwickelt werden - nicht zuletzt, um geschlechtsbedingten Benachteiligungen frühzeitig entgegen zu wirken und so zu mehr Geschlechtergerechtigkeit beizutragen.

(weiter...)

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