Anliegen
Damit durchgängige Sprachförderung in der OGS-Praxis tatsächlich sinnvoll und effektiv umgesetzt wird, bedarf es einer gesamtschulischen konzeptionellen Planung: Wer macht mit wem, wie, wann, was? (siehe Baustein „Schulisches Sprachförderkonzept).
Die Ganztagsschule muss entscheiden, wie sie ihr schulisches Sprachförderkonzept personell, inhaltlich und methodisch am Vor- und Nachmittag gestaltet.
Bei allen Sprachfördermaßnahmen ist es wichtig, dass das ausführende Personal linguistisch und sprachdidaktisch vorgebildet ist, dass es planvoll vorgeht und das Vorgehen transparent machen kann.
Durchgängige Sprachförderung umfasst laut U. Neumann (Tagung „Sprachförderung im OGS" am 14. Februar 2008 in Soest) sowohl vertikale Schnittstellen, wie z. B. Biographie des Kindes und Schnittstellen KG-OGS-Sek I) als auch horizontale Schnittstellen, wie z. B. Beteiligung aller Fächer und aller AGs (wünschenswert auch mit Kooperationspartnern der OGS):
Im Folgenden werden Qualitätsmerkmale für Sprachfördermaßnahmen erläutert. Sie sollen nicht trennscharf voneinander abzugrenzen sein, sondern vielmehr als Leitplanke Schwerpunktsetzungshilfen für die Planung und Durchführung von Sprachförderung an Ganztagsschulen geben.
Horizontal gestaltete Sprachförderangebote
Horizontal gestaltete Sprachförderangebote verstehen sich als Aufgabe aller Schulfächer und aller Nachmittags-AGs. Die Angebote greifen mit ihrem jeweiligem Fachthema/AG-Thema bestimmte sprachliche Übungsschwerpunkte („Stolpersteine") auf und üben diese. So legt im Nachmittagsbereich beispielsweise die Kultur-, Sport-, Gestalten- oder Umwelt-AG den Focus auf bestimmte Stolpersteine und machen diese den anderen AGs transparent. Dadurch wird eine Abstimmung und ein planvolles Vorgehen zwischen den einzelnen AGs gewährleistet.
Innerhalb der AG werden die Stolpersteine regelgestützt geübt und an dem AG Thema sprachlich angewendet.
Die Kinder besuchen die AGs, üben und festigen dabei diese sprachlichen Übungsschwerpunkte. Ihnen wird deutlich, wofür sie die Sprache bzw. diesen Stolperstein benötigen, durchdringen ihn mit einer unterstützenden Regel und wenden ihn motivierter an. Das sprachliche Lernen verbindet sich mit thematischem Arbeiten. Damit findet ein von allen AGs getragener Leistungszuwachs statt.
Vertikal gestaltete Sprachförderangebote im gesamten Schultag
Vertikal gestaltete Sprachförderangebote beschreiben eine Sprachförderung, die eine inhaltliche, personelle und thematische Verzahnung zwischen Vor- und Nachmittag aufweist. Häufig bietet zunächst eine Verzahnung die Grundlage für weitere Verzahnungen.


